Jun 02 2009

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Steffen

Planarien

Abgelegt 17:51 unter Rund ums Aquarium

Die Plage mit Planarien hatten wir bereits des öfteren in unseren Aquarien. Im Prinzip schaden diese auch i.d.R. nicht den Fischen. Jedoch den anderen wirbellosen Aquarienbewohnern wir Schnecken, Garnelen und Krebsen. Aquarianer wissen von was ich hier schreibe :)
Für alle Ahnungslosen unter euch: Planarien sind Scheibenwürmer. Nisten sich in einen Wirt (also in dem Falle ein Tier) ein und legen Eier darin ab. Letztendlich geht das Tier zu Grunde und neue Planarien brechen heraus.
Hierzu schreibt Wikipedia genauere Informationen, aber auch hier und hier gibt es sehr gute Informationen darüber.

Auf dem Blog von Crusta.de hab ich die Information gefunden, dass das Medikament „Flubenol P – Wirkstoff Flubendazol (für stolze 9,34 EUR beim örtlichen Tierarzt gekauft) sehr gut gegen die Biester helfen soll. Es ist ein Breitband-Anthelmetikum für Tiere (eigentlich für Hunde und Katzen) was aber auch bei Aquarien erfolgreich eingesetzt werden kann und bereits wurde.

Nun hat Melanie einen Spritzer des Mittels in ein Glas gegeben, mit Wasser aufgelöst und dann dem Aquarium (10l NanoCube von Dennerle) zugegeben. In dem 10l-Becken sind 4 Garnelen (Red Fire) und einige Schnecken unterschiedlicher Gattungen.

Nun sind wir gespannt, ob es funktioniert. Schließlich haben die Planarien schon zwei komplette, über mehrere Tage und Wochen dauernde (Über‑)Behandlung mit Kaliumpermanganat und Salzwasser überstanden (1kg Salz auf 10l Wasser).

Update 13. Juni 2009
Der Flubenol-Einsatz erzielte nicht die gewünschte Wirkung. Zwar wurden es weniger und einige starben aber die Plage ist immernoch vorhanden.

Update 22. Juni 2009
Die Planarien sind weiterhin im Becken vorhanden, völlig unbeeindruckt von der Flubenol-Aktion, wie von der Salzkur.
Nach weiteren Recherchen hab ich herausgefunden, dass Planarien auf Salz nicht ansprechen. Die Anpassungsfähigkeit ist einfach zu groß. Schaut man sich im Internet weiter um so findet man auf den unterschiedlichsten Seiten hilfreiche Tipps um der Plage Herr zu werden.

Ich fasse diese kurz zusammen (ohne eine Garantie für die Korrektheit und Funktionstüchtigkeit dafür zu übernehmen!):

Legende
Θ = nicht getestet, = kein Erfolg, O =mäßiger Erfolg, + = Erfolg, +n = immer besserer Erfolg

  • Absaugen +
    am besten eignet sich eine 50ml‑“Perfusor-Spritze“ mit einer Infusionsschlauchleitung. Aber auch Minipumpen sind hilfreich oder Pipetten. Leider sehr aufwendig und zeitintensiv.
  • Fallen Θ
    Aus kleinen Plastikflaschen gebaute Reusen mit einem Köder darin lassen die Planarien zwar gefangen nehmen, jedoch muss konsequent kontrolliert werden. Denn sonst kann es passieren dass die Planarien vollgefressen den Weg wieder nach draußen finden und sich dort fröhlich vermehren.
  • kohlensäurehaltiges Mineralwasser
    Gleiches Ergebnis wie Flubenol und Kaliumpermanganat: die Eier bleiben unbeschadet. Auch war keine Reduktion der Planarien feststellbar.
  • Salz
    Planarien passen sich der Umgebung an. Leider muss eine Planarie direkt mit einem Salzkorn in Kontakt kommen damit diese zu Grunde geht (vergleichbar mit Schnecken wie z.B. den Nacktschnecken). Selbst eine hohe Salzkonzentration im Aquarium überstehen die Planarien meist ohne Probleme – wie bei uns auch.
  • Fische +-++
    wir haben zwei Trauermantelsalmler über Nacht in das Becken gesetzt. Die Anzahl der Planarien hat sich drastisch dezimiert und die Fische haben sich vollgefressen. Außer einer Reduktion der Bieser hat dies nichts gebracht – Eier blieben unbeschadet. Aber evtl. eine gute Vorbereitung auf eine weitere Behandlung mit Flubenol o.ä.? Großes Problem: man kann dabei Planarien in weitere Aquarien verschleppen.
  • Flubenol +-++
    Bedingt wirksam da es nicht gegen die abgelegten Eier wirkt. Durchaus mehrere Nachbehandlungen nötig und dadurch recht kostenintensiv (immerhin knapp zehn Euro pro 7,5ml Gel beim Tierarzt). Dafür wohl für andere Aquarienbewohner relativ ungefährlich bei der richtigen Dosierung.
  • Kaliumpermanganat O-+
    Ähnliche Wirkung wie Flubenol – wirkt wohl nicht auf die Eier. Zwar anfangs großes Sterben der Planarien jedoch nach dem erneuten Einfahren des Aquariums sind diese Biester wieder aufgetreten. Hohe Umweltbelastung bei der Entsorgung wenn nicht ausreichend mit Wasser verdünnt wird!
  • elektrischer Strom Θ
    Elektrischer Strom sucht sich immer den kürzesten Weg. Im Prinzip wie bei der Salzbehandlung: die Planarie muss direkt vom Strom getroffen werden zwischen den beiden Elektroden – die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering. Selbst zwischen zwei Platten würde der Strom nicht über die gesamte Fläche fließen.
  • kochendes Wasser O
    Temperaturen über 60℃ wirken antibakteriell, viele Erreger sterben erst bei >70℃ ab. Kochendes Wasser (also >100°C) soll Planarien abtöten – auch deren gelegten Eier. Achtung! Die Gefahr des Glasbruchs besteht wenn das kochende Wasser auf einen Schub eingefüllt wird. Daher das Aquarienwasser langsam erhitzen (z.B. Tauchsieder).
    Evtl. wäre ein Dampfreiniger ein leeres Aquarium von den Planarien befreien…
  • pH-Wertänderung mit Salzsäure (HCl) Θ
    bei einem pH-Wert von ≤ 2 soll es den Planarien den Garaus machen. Leider auch allem anderen was darin Lebt.
  • Essig(säure)/Essigessenz +++
    Bisher erfolgreich getestet in unserem 10l-Becken. Keine Planarien zu sehen. Jedoch aufwendiges Verfahren da extrem viele Wasserwechsel durchgeführt werden müssen bis die Säure neutralisiert ist und das Becken für Garnelen bewohnbar wird.
  • Knoblauch ++++++
    Das ist wohl der Geheimtipp schlecht hin. Dank der natürlichen antibakteriellen Wirkung werden Aquarienbewohner, wie Fische und Garnelen, sogar manche Schnecken, verschont und die Planarien werden getötet. Jedoch nur bedingt anwendbar da der Knoblauch einen sehr intensiven Geruch Gestank verbreitet. Auf 10l Aquarienwasser ein bis zwei große Knoblauchzehe feingehackt in einem Damenstrumpf oder direkt ins Aquarium verteilt soll Planarien zuverlässig bekämpfen.
  • Desinfektionsmittel Θ
    Ich erwäge die chemische Keule erneut auszupacken und das entleerte Aquarium mit einem Flächendesinfektionsmittel zu desinfizieren. Natürlich muss dieses rückstandslos und Aldehydfrei sein. In Betracht kam mir dabei „Bacillol® AF“ von Bode Chemie GmbH welches auch in Küchen und im Lebensmittelbereich zum Einsatz kommt. Allerdings ist es fraglich ob das Silikon angegriffen wird oder nicht. Und ob es wirklich ungefährlich für die zukünftigen Aquarienbewohner ist (was Spiritus z.B. nicht ist).

Wie man sieht ist ein erfolgreiches Vorgehen gegen Planarien wie ein Kampf gegen Windmühlen. Doch einen Weg muss es doch geben!

Aufgelistet sind hier noch ein paar interessante Links zu Webseiten die sich ausführlicher mit dem Thema beschäftigen. Sehr interessant und lesenswert.

Update 25. Juni 2009
Nachdem die Planarien immernoch fröhlich im Becken sichgetummelt haben und selbst ein kompletter Flubenol-Applikator keine Wirkung zeigte haben wir es mit Essig probiert. Zu erst mit „normalem“ Haushaltsessig – davon waren die Biester nicht beeindruckt. Schließlich gab es eine ¼ Flasche 25%ige Essigessenz. Da die großen Garnelen und auch die Schnecken im Aquarium schon die dosierte Flubenol-Aktion leider nicht überlebten hatten wir nichts mehr zu verlieren – die Garnelenbabys haben wir vorher in einer Kleintierbox isoliert (zum Glück ohne Planarienbefall!). Auf die Essigessenz sprachen die Planarien an – zum Glück. Zwar stinkt das Wasser ziemlich stark aber der gewünschte Effekt ist nicht ausgeblieben. Mal weiter beobachten die ganze Sache…

Update 28. Juni 2009
Drei Tage später sind noch keine Planarien zu sehen. Wasserwechsel wurden inszwischen zwei‑ bis dreimal täglich durchgeführt. Die Geruchsbelästigung nimmt zunehmend ab und auch der eingesetzte Filter (Fluval 1+) tut sein übriges dazu – die ganzen Pflanzen‑ und Mulmreste absaugen. Noch hoffen wir, den Kies weiter benutzen zu können…vermutlich ohne Erfolg. Erst nach mehreren Wassertests werden wir sehen wie sich die Säurekonzentration verhält. Auch die Gefahr, dass die Planarien bereits Eier gelegt haben ist natürlich gegeben. Wir werden sehen…

Update 1. Juli 2009
Wie bereits erwartet haben die Planarien Eier abgelegt. Nun fliegt der Kies raus und das ganze Becken erhält eine Essigessenzkur mit anschließender Knoblauchbehandlung. Zur Sicherheit zusätzlich noch eine Desinfektion mit Bacillol®, Buraton® und/oder Terralin®. Sollte dies auch nicht ausreichen und wieder Planarien an den Scheiben sichtbar werden fliegt der NanoCube auf den Schutt. Wir haben die Nase gestrichen voll :negative:

Update 11. Juli 2009
Die erbärmlich stinkende Knoblauchkur hat wohl wirklich die Wirkung nicht verfehlt. Bis jetzt keine Planarien im Aquarium zu sehen.
Bei Ikea hat Melanie Wasserpflanzen gekauft. Die eine war clean, bei der anderen waren ebenfalls Planarien im Behälter zu sehen. Leider hilft der Knoblauch dort nicht so gut wie im wesentlich größeren Aquarium… mal abwarten was noch passiert :-(

Update 13. Juli 2009

NanoCube leer mit Pflanzen

NanoCube leer mit Pflanzen

Melanie hat heute ihre Aquarienpflanzen ins leere 10l-Becken gestellt. Zwar wurden alle Pflanzen samt Mineralwasser und Knoblauchkur behandelt aber man weiß ja nie welche Viecher sich noch verstecken. Nun stehen alle drei Pflanzen im noch leeren NanoCube quasi in Quarantäne. Bei den kleinsten Anzeichen eines erneuten Befalls wird sofort die Knoblauchkeule wieder ausgepackt. Dass Knoblauch so super wirkt hätte ich mir nie träumen lassen :good:

Update 20. Juli 2009
Die gesichteten weißen Punkte an der Scheibe nach dem Einsetzen der IKEA-Pflanzen sind durch den Knoblauch erfolgreich abgetötet worden :yahoo:
Leider haben die bis dato lebendigen Garnelen in dem kleinen Isolationsbecken die Knoblauchkur nicht überlebt :cry:
Eine zu hohe Koblauchkonzentration ist wohl doch nicht so gesund für die kleinen Wirbellosen…

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