Dez 10 2009

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Steffen

Die Kreditkarte…aber welche?

Abgelegt 09:57 unter Dies und das,Erfahrungsberichte

Onlineshops verlangen meist als Bezahloption die Kreditkarte. Sei es nun VISA, MasterCard, Amex oder Diner’s.
Wichtig ist, dass man eine hat. Denn ohne die läuft im Internet eigentlich nichts bei Shops aus dem Ausland.
Zwar ist Paypal eine weitere Möglichkeit der sicheren Finanztransaktionen im Internet aber leider sehr wenig verbreitet oder mit Preisaufschlägen für den Käufer versehen.

Also bleibt einem doch nichts anderes als sich eine Kreditkarte zuzulegen. Aber welche…?

Auf der Seite von Focus Money kann man einen Vergleich der verschiedenen Karten sich anzeigen lassen.
Auch hier kann man die verschiedenen Karten vergleichen lassen.

Ich habe hier ein paar Informationen mal bereitgestellt, welche ich persönlich für wichtig halte und den einen oder anderen Tipp weitergeben möchte.

Über die Funktion einer Kreditkarte (KK) brauch ich eigentlich nichts weiter erklären.
Jede Wald-und-Wiesen-Bank bietet inzwischen eine oder mehrere Modelle an – zu unterschiedlichen Konditionen.

Ich habe lange die jeweiligen Angebote miteinander verglichen, hin und her gerechnet, AGBs gelesen :wacko: .
Ich hab mir Gedanken gemacht, wofür ich die Karte einsetzen will:

  • Onlineeinkäufe aus dem Ausland
  • Tanken (In‑ und Ausland)
  • Mietwagen reservieren/bezahlen (überwiegend Inland aber wer weiß…)
  • für größere Anschaffungen (z.B. am 1. kaufen, am Ende des Monats zahlen und das Geld solange auf dem Tagesgeldkonto noch „gewinnbringend“ geparkt
  • die KK nur als „weiterführende“ EC-Karte betrachten – also nur das Kaufen, was ich auch gekauft hätte mit EC-Karte wo aber nur KK möglich ist

Für mich war entscheidend:

  • keine bis niedrige Gebühren beim (Auslands‑) Einsatz der KK
    dazu zählt auch kostenfreier Einsatz an Geldautomaten
  • günstige Bargeldverfügung im Notfall
  • Rabattaktionen (z.B. Tankrabatt)
  • keine bis niedrige Jahresgrundgebühr und keine sonstigen versteckten Kosten

Gut, mit diesen Punkten hab ich mich auf die Angebote der Banken gestürzt.
Die Hausbank ist zu teuer, bietet zu wenig für den Preis der KK (aber nicht nur bei der KK sondern generell im Girokontobereich!). Schade eigentlich, das kenne ich anders von meiner früheren Bank.

Weitere Banken abgegrast nach Angeboten und letztendlich bei der MasterCard GOLD von der Advanzia-Bank hängengeblieben.

Man liest viel negatives über diese Bank im Internet, aber es gibt auch positive Meinungen darüber.

Vorteile dieser Karte liegen klar auf der Hand:

  • Keine Jahresgebühr (dauerhaft und unbefristet)
  • Keine Auslandseinsatzgebühr (weltweit)
  • Keine Gebühren für Bargeldabhebungen*
  • Keine Gebühren für Ersatzkarte, Ersatz-PIN und Kartensperrung
  • Zinsfreies Zahlungsziel für Einkäufe bis zu 7 Wochen
  • Gebührenfreier und persönlicher Kundenservice rund um die Uhr, sieben Tage die Woche
  • Zugang zu 24 Mio. Akzeptanzstellen und 1 Mio. Bankautomaten weltweit
  • Besonders günstige Mietwagenrabatte (Sixt und Alamo)
  • Kostenlose und umfangreiche Reiseversicherung

* = Das Abheben an sich kostet nichts, dafür fallen ab dem Zeitpunkt der Bargeldabhebung horende Zinsen an!

Das Beantragen der Karte geht einfach und unkompliziert von der Hand. Onlineformular ausfüllen und abschicken. Wenige Tage später erhält man einen Brief mit der noch nicht aktivierten MasterCard GOLD darin und einem Bestätigungsformular. Dieses wird unterschrieben an die Advanzia-Bank zurückgeschickt. Weitere wenige Tage später bekommt man eine eMail mit dem Hinweis, dass die Karte innerhalb der nächsten zwei Tage freigeschaltet wird und dem eingeräumten Kreditlimit.

Ich habe lange hin und her überlegt. Irgendwo muss der Haken doch sitzen? Und das tut er auch!

Man muss selbst aktiv werden. Die Abrechnung kommt via eMail kurz nach Monatsbeginn ins Haus geflattert und ist vorher nicht einsehbar. Das Zahlungsziel ist der 20. des laufenden Monats. Bis dahin muss entweder der komplette offenstehende Saldo ausgeglichen werden oder aber mindestens 30,- EUR.

Entscheidet man sich für die erste Variante so ist alles in Butter. Konto ausgeglichen, keine anfallenden Kreditzinsen.

Sollte man sich jedoch für die zweite Variante, die Teilzahlungsfunktion entscheiden, zahlt man gewaltig drauf. Versäumt man das fällige Zahlungsziel, also den 20. im Monat, weil man gerade im Urlaub ist oder stationär im Krankenhaus liegt und überweist nicht mindestens die 30,- EUR Mindestrate aufs Kreditkartenkonto, so kommen zu den Zinsen für den restlichen Betrag (ab dem Tag der jeweiligen Belastung) noch eine Mahngebühr von rund 8,- EUR hinzu.
Ein Guthaben kann lt. den AGBs der Bank nicht geführt werden. In Foren ist allerdings von einem „geduldetem geringem Guthaben“ (< 100,- EUR) die Rede.

Aber es gibt wohl noch einen anderen, kleinen „Trick“ dabei:
sobald man Bestellungen/Zahlungen getätigt hat kann man den Betrag aufs Kreditkartenkonto überweisen. Lediglich bis zum 20. muss sollte alles ausgeglichen sein.

Weiteres Manko: das Limit.
In diversen Internetforen liest man, dass ein anfängliches Kreditlimit von wenigen Euro eingerichtet wurde. Dies hat aber wohl nichts mit einem niedrigen Schufa-Score oder einem niedrigen Jahreseinkommen zu tun.
Hier meine Vermutung und meine Meinung:
Die Bank will was an der Karte/an dem Kunden verdienen. Da alles kostenlos ist muss das Geld wo anders hereingeholt werden (siehe Zinsen/Gebühren). Da Menschen mit einem relativ hohen angegebenem Einkommen und einem guten Schufa-Score es ja eigentlich nicht nötig hätten sich eine kostenlose KK zu besorgen sind diese für die Bank nicht so interessant, denn
a) werden diese Kunden die Rechnungen ordnungsgemäß zum Stichtag begleichen und
b) auch kein Bargeld am Automaten idR abheben.
Aber dann gibts ja noch „die Anderen“ – die Zielgruppe: Menschen die leider nicht mit Geld umgehen können, eine schlechte Zahlungsmoral besitzen und somit einen niedrigen Schufa-Score haben werden. Und genau auf diese Menschen ist wohl die Karte gerichtet und lockt mit hohem Kreditlimit trotz niedrigem Einkommen und überhaupt der KK-Freigabe. Die Leute benutzen die Karte fröhlich (hohes Limit) und können es aber nicht ausgleichen – also fallen die horenden Zinsen für die Bank an.

Also diese Karte ist wirklich nur den Leuten zu empfehlen, die den Umgang mit einer Kreditkarte sicher beherrschen und auch zuverlässig ihre Rechnungen begleichen!

Da mir die Angelegenheit mit der Advanzia-Bank dennoch etwas schleierhaft vorkam, schaute ich mich nach weiteren Angeboten um – schließlich wollte ich die Karte überwiegend auch zum Tanken einsetzen und evtl. Tankrabatte nutzen.

Die VW-Bank bietet eine VISA-Karte mit einem Tankrabatt von 1 % bei einer Jahresgebühr von 20,- EUR im Jahr (25,- EUR bei Wunschmotiv). Tanke ich nun voll für 60,- EUR sind das 0,60,- EUR was gespart wird. Rechnet man dies nun gegen die Jahresgebühr (20,- EUR/ca. 0,60 EUR Tankrabatt je Betankung = 33,33…). Man muss also mind. 33x im Jahr für 60 EUR Tanken damit man die Kosten der Grundgebühr wieder reinholt. Für mich uninteressant.

Die Santander-Bank bietet bei der „Super MasterCard“ 5 % Tankrabatt an. Bei gleichem Rechenbeispiel sind das 3,- EUR Ersparnis. Allerdings kostet die Karte 45,- EUR im Jahr. Das heißt, man müsste 15x im Jahr für 60,- EUR tanken um die Kartengebühr reinzuholen. Aber auch dieses Angebot schien nicht das Richtige zu sein. Den Tankumsatz würden wir ohne weiteres schaffen, keine Frage. Aber die Bank an sich sagt mir irgendwie nicht zu. Außerdem erst Geld ausgeben um es später evtl. wieder zu erhalten…? Ne danke.

Warum nicht eine kostenlose Kreditkarte zu einem kostenlosen Girokonto nehmen? Die Antwort war DKB Cash. Kostenlose VISA-Karte mit kostenloser Bargeldverfügung an Geldausgabeautomaten und einem ebenfalls kostenlosem Girokonto inkl. EC-Karte (meine jetzige Bank schröpft mich um 42,- EUR im Jahr für die reine Kontoführungsgebühr trotz reiner Onlineführung!).
Klar, da es sich um eine Direktbank handelt gibt es keine kaum Filialen vor Ort. Zudem gibt es keine Kontoauszüge im eigentlichen Sinne sondern PDF-Dateien mit den Umsätzen. Zwar können die ausgedruckt werden, ob diese jedoch von Behörden etc. ohne weiteres akzeptiert werden ist unklar. Primär interessiert mich sowieso erstmal nur die Kreditkarte und deren Eigenschaften. Aktuell rund 2 % Guthabensverzinsung auf dem Kreditkartenkonto und eine automatische Einziehung der Rechnungen über das angegliederte Girokonto sprechen für sich. Quasi auch als „Prepaid-KK“ verwendbar. Das „Problem“ bei dieser Bank/Kartenkonstellation: es sind zwei verschiedene Konten. Einmal das Girokonto und das Kreditkartenkonto separat. Das bedeutet, dass bei Zahlungen mit der KK oder Bargeldabehebungen primär das KK-Konto belastet wird – und entsprechend auch das KK-Limit. Es kommt aber erst zum „Ausgleichstag“ wieder automatisch Geld auf das KK-Konto, so dass dann erst wieder Geld abgehoben werden kann. Denn bei Bargeldabhebungen mit der EC-Karte an fremden Geldausgabeautomaten fallen Gebühren an. Also muss man auch hier wieder selbst tätig werden und immer schön das KK-Limit ausgleichen via Banküberweisung bspw. zwischen den beiden Konten oder gleich das Kreditkartenkonto für den Geldeingang hernehmen. Ach ja, das Limit der KK wird anfangs recht ordentlich eingerichtet – steigt mit Gehaltseingängen auf dem Girokonto. Also es ist nicht immer alles Gold was glänzt.

Fazit
Für mich war also die perfekte Kombi aus der Advanzia MasterCard und der DKB Visa.

Die MasterCard wird bei Auslandseinkäufen eingesetzt (so fällt keine Gebühr dafür an) oder wenn das Zahlungsziel möglichst spät sein soll und die Visa im Inland wenn ich dringend Bargeld brauche aber kein Geldautomat meiner „Hausbank-Gang“ (dem Bankenvernund ;-) ) in der Nähe ist oder eben für sonstige Zahlungen. So kann man auch etwaige Lücken überbrücken wenn der eine Kartentyp nicht akzeptiert werden soll(te). Was auch sehr unwahrschienlich ist in Deutschland bzw. Europa.

Das Girokonto bleibt weiterhin bei der Hausbank (das Bankennetz ist einfach unübertroffen Flächendeckend) und komme so jederzeit an mein Geld ohne irgendwelche komplizierten Übwerweisungen tätigen zu müssen.

Ich kassiere die Zinsen auf dem Visa-KK-Konto (quasi Tagesgeldkonto; Kleinvieh macht auch mist) und kann jederzeit und überall darüber verfügen.

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