Aug 31 2009
Reifenprobleme
Unser Auto braucht definitiv neue Sommerreifen im nächsten Jahr. Das Problem ist zum Einen eine Spurverstellung an der Vorderachse und zum Anderen hat ausgerechnet der betroffene Reifen einen (kleinen) Schaden auf der Lauffläche. Die hinteren Reifen haben mehr oder weniger noch gut Profil drauf aber die vorderen nicht mehr – über 300 NM Drehmoment vordern eben ihren Tribut. Und die Reifen sind nunmal das Glied zwischen Auto und Fahrbahn. Sollte man hier sparen?
Ich finde auf keinen Fall! Die Reifen haben die Auflagefläche eines DIN A4-Blattes und müssen die freiwerdenen Kräfte bei der Fahrt kompensieren bzw. weiterleiten. Spart man hierbei spart man am falschen Ende. Klar, wer ausschließlich in der Stadt umher fährt braucht wahrscheinlich keine Reifen der Spitzenklasse zu horrenden Preisen – aber Runderneuerte sollten es auch nicht sein.
Zurück zum Thema. Auf den nachfolgenden Bildern kann man recht gut den Unterschied der Profiltiefen beider Vorderreifen erkennen:
Leider habe ich kein Lineal o.ä. gehabt um die tatsächliche Tiefe ausmessen/besser anzeigen zu können. Aber ich denke, es dürften ca. 2–3 mm sein.
Die Beschädigung der Lauffläche ist mir bei einem Ausflug nach Österreich aufgefallen. Wir standen auf einem Rastplatz und Sophia hat gerade etwas Obstbrei und Milchbrötchen gefuttert:
Es hat den Anschein der gleiche Schaden zu sein. Auf dem ersten (also linken Bild) könnte man denken, das Metallgeflecht wurde herrausschauen – wird aber sehr wahrscheinlich ein Stein(-splitter) sein. Auf dem Bild von heute Abend schaut es nach einem oberflächlichem Riss aus, verursacht durch einen (scharfkantigen) Gegenstand, z.B. einem Stein, auf der Straße der mit hoher Geschwindigkeit überfahren wurde.
Ca. vier bis acht Wochen muss der Reifen noch durchhalten, dann werden die Winterpneus aufgezogen. Damit ich diese nicht durch die schiefe Spur ungleich abfahre, gehts am Mittwoch zur Vermessen und Einstellen der Spur Achsvermessung inkl. Einstellung der Vorderachse. Und nächstes Jahr gibt es neue Sommerreifen. Ob es nun zwei oder gleich vier neue werden, hängt von der Preisentwicklung ab. Ins Auge gefasst habe ich den ADAC-Testsieger von 03⁄2009 – den Michelin Primacy HP. Zwar sind andere Reifen teilweise wesentlich günstiger – achtet man jedoch auf die Verschleißwerte so ist der Michelin einfach spitze. Und der Verschleiß ist ja gegeben…
Beim Kauf von Reifen sollte man die Montagekosten nicht vergessen (die ja i.d.R. anfallen). Im Durchschnitt zahlt man 11 EUR für De‑ und Montage, Ventil und Auswuchten, dazu kommen nochmals ca. 2 EUR für die Altreifenentsorgung und bei Alufelgen ein Aufpreis von nochmals ca. 2,50 EUR – je Rad!. Summa summarum ca. 60 EUR zusätzlich.
Wer seine Reifen online kauf, kann bares Geld sparen (wie bei so vielen anderen Sachen auch
)
Uneingeschränkt empfehlen kann ich die Anbieter:
Bei beiden Anbietern bekommt man relativ neue Reifen (DOT-Nummer) und ein schneller Versand ist ebenfalls gegeben.
Update 2. September 2009
Heute war der Termin in der Werkstatt. Nach einigen Recherchen habe ich mich gegen A.T.U. entschieden und bin auch nicht zum Freundlichen (= VW-Werkstatt) gefahren, sondern zu Vergölst. Warum nicht zu A.T.U.? Einfach mal eine Suchmaschine mit den Schlagworten „Erfahrung“ und „ATU“ füttern. Da kommen Ergebnisse wie „…die Angestellten arbeiten auf Provisionsbasis…“, „…pfusch…“, „…mehr austauschen als notwendig…“ etc pp. Und der Freundliche ist mir ehrlich gesagt viel zu teuer gewesen. Also auf zu Vergölst. Angerufen und wenige Stunden später war der Termin.
Kosten für Achsvermessung lt. telefonischer Aussage 59,- EUR – gleicher Preis wie bei A.T.U.. 16:00 Uhr war Termin – 8 Minuten vorher waren wir dort.
Der Empfang war mit einer freundlichen Auszubildenden und einem weiteren Mitarbeiter, wohl dem Chef des Ladens, besetzt. Das übliche Procedere folgte und meine Stoppuhr lief. Die ersten 15 Minuten passierte rein garnichts. Lediglich an der Achsvermessungsbühne wuselte ein Mechaniker herum. Dann kam eben jener, wuselnde Mechi und schnappte sich unser Auto (und hatte paar Startprobleme dank des „Warmstartproblems“) und machte erstmal eine Probefahrt. Der „Hobel“ wurde danach auf die Bühne gefahren. Erster Kundenkontakt: „…das Lenkrad ist leicht schief?…“ Jawohl, schiefes Lenkrad, ein einzelner abgefahrener Reifen und ein nach links ziehendes Auto ist das Problem. Er habe dies zwar nicht feststellen können während der Fahrt aber okay. Der Mechi tat seine Arbeit. Nach anfänglichen Problemen zwischen Achsvermessungswerkzeug und VW-Alufelgen klappte das Anbringen dann doch recht schnell und die Achsen wurden vermessen.
Schließlich nach langen 105 Minuten (1 ¾ h) war es geschehen und die Spur und der Sturz eingestellt.
Der Preis stellte sich auch ein – und zwar auf 89,- EUR für die Achsvermessung und einstellen des Sturzes. Ein fairer Preis, wie ich finde
.
Was mich stutzig macht: Gibt es unterschiede zwischen Normalfahrwerk und dem original VW-Sportfahrwerk?
Update 27. September 2009
Das Fahrzeug zieht weiterhin nach links. Bin am Nachdenken evtl. nochmal zu Vergölst zu fahren – die sollen sich die Sache nochmal ansehen und ggf. erneut einstellen.
Update 8. Oktober 2009
Nachdem ich den Reifenfülldruck auf jeweils 3 Bar erhöht habe zieht das Fahrzeug weniger stark nach links als vorher. Liegt wohl auch an den teils sehr schiefen Straßen bei uns in der Gegend. Ich werd es weiter beobachten.
Update 14. Oktober 2009
Also es ist eine komische Sache. Das Auto zieht mal nach links, dann wieder nicht. Dann ziehts mal nach rechts und dann läufts wieder grade aus.
Ich hoffe es kommt von dem einzelnen abgefahrenen linken Vorderreifen und nicht von der vermeintlich falsch eingestellten Achsgeometrie.
Werd mich jedenfalls nochmal mit Vergölst in Verbindung setzen.
Update 22. Oktober 2009
Heute war ich wieder bei Vergölst in Kempten. Der Filialleiter hat sich den Sachverhalt nochmal angehört und das Auto von einem seiner Mitarbeiter ansehen lassen. Diesmal mit noch neuwertigen Winterreifen (Good Year UltraGrip 7+ in 195⁄65 R15). Profil ist gleichmäßig abgelaufen also optimale Bedingungen für die Achsvermessung. Auch den Reifenfülldruck habe ich vorsichtshalber vorher auf 3,2 Bar eingestellt.
Zu erst wurde geprüft ob irgendwelche Lager ausgeschlagen sind oder sonst etwas defekt ist. Aber alles in Ordnung. Bei der anschließenden Achsvermessung konnte man eine erneut verstellte Achse sehen. Ob dies nun an dem einzelnen abgefahrenen Reifen samt darauf abgestimmter Achseinstellung lag oder an den Werten für das Normalfahrwerk … ich weiß es nicht – und von Vergölst auch keiner.
Der sehr nette Mitarbeiter meinte, es könne von befahren von Boardsteinkanten oder Schlaglöchern sein dass sich die Spur verstellt. Da ich aber – wo immer möglich – Boardsteinkanten und Schlaglöcher meide und/oder ausweiche kann es davon eigentlich nicht kommen.
Wie dem auch sei: die ganze Aktion kostete mich 20 EUR und es war in ca. einer Stunde diesmal erledigt.
Zwar zieht das Auto immernoch nach links aber niemand kann mir erklären weshalb…
Update 1. April 2010
Kein Aprilscherz – heute wurden die Sommerräder aufgezogen. Zwei Reifen wurden gegen die neuen Testsieger von Pirelli gewechselt und gleichzeitig nochmal eine Achsvermessung gemacht – diesmal bei einem VW-Vertragspartner, denn das Auto zieht weiterhin nach links. Auch die vorderen Winterräder sind runter – und zwar komplett, quasi Slicks.
Siehe da: die Markenwerkstatt konnte den Fehler beheben. Nun fährt der Wagen endlich wieder gerade aus.
Der Preis: ~ 99 EUR.
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